Archivgebäude

Erster Sitz des Staatsarchivs Bozen nach seiner Errichtung im Jahre 1920 war das relativ zentral gelegene Schloss Maretsch. Das imposante Gebäude, das in seiner heutigen Gestalt durch Umbauten aus dem 16. Jahrhundert bestimmt wird, wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts verwahrlost, diente im 1. Weltkrieg unter anderem als Militärlager und eignete sich daher kaum für die Unterbringung von historischem Archivmaterial.

Die Leiter des Archivs hatten mit den widrigen Umständen (ungenügender Platz, Benutzer- und Büroräume, bzw. Depots nicht getrennt, baufällige und regendurchlässige Decken) jedoch bis 1972 zu kämpfen, als das Schloss für baufällig erklärt und der Archivbetrieb eingestellt werden musste. Vorläufiger Höhepunkt der Missstände war jedoch die Verlegung der Büros und des Lesesaals in die Alte Mendelstraße Mitte der 60er Jahre, womit die Archivbenutzung praktisch unmöglich gemacht wurde.

In dieser Situation erklärte sich die Südtiroler Landesverwaltung bereit, auch für das Staatsarchiv eine geeignete Unterkunft zu bauen. Damit sollte nach der bereits beschlossenen Aufteilung der Bestände zwischen Staat und Land (s. Abschnitt Geschichte) die gemeinsame räumliche Unterbringung zum Vorteil der Benutzer gesichert werden.

Bis zur Fertigstellung des geplanten Archivneubaus wurden das Staatsarchiv und seine Bestände - äußerst notdürftig - in einer aufgelassenen Werkhalle in der Bozner Handwerkerzone (Drususstraße) untergebracht.

Im Jahre 1980 konnte endlich mit den Arbeiten zum Bau des neuen Zweckgebäudes, in dem neben dem Landes- und dem Staatsarchiv auch die Landesbibliothek „Dr. Friedrich Tessmann“ Aufnahme finden sollte, begonnen werden. Als Standort wählte man den Garten des Ansitzes Rottenbuch im Stadtteil Gries; der Ansitz war bereits als Standort für das Südtiroler Denkmalamt auserkoren worden.

Schließlich konnte 1985 nach 5-jähriger Bauzeit das neue Gebäude bezogen werden.